Welche Arten von Zahnspangen es gibt
Eine feste Zahnspange besteht aus Brackets, also kleinen Plättchen aus Metall, Keramik oder Kunststoff, die auf die Zähne geklebt werden. Dazu kommen Metallringe um die Backenzähne und ein Draht, der in den Brackets liegt und die Zähne bewegt. Die Verbraucherzentrale beschreibt sie als Zahnspange für die bleibenden Zähne, etwa bei starkem Engstand, gedrehten Zähnen oder größeren Bewegungen.
Sitzen die Brackets auf der Innenseite der Zähne, spricht man von Lingualtechnik. Sie ist unsichtbar, kostet laut Verbraucherzentrale aber mehr, braucht mehr Aufwand und eine längere Eingewöhnung, weil die Zunge beim Sprechen anstößt.
Eine lose Zahnspange ist eine Kunststoffplatte mit Drahtklammern und kleinen Schrauben, die die Praxis nach einem Abdruck anfertigt. Sie lässt sich zum Putzen herausnehmen, hat aber weniger Kraft, deshalb dauert die Behandlung länger. Die Verbraucherzentrale nennt als Einsatz zum Beispiel das Verbreitern des Zahnbogens oder das Vorschieben des Unterkiefers im Wachstum. Auch Geräte wie Aktivator und Bionator gehören dazu, sie nutzen die Kraft der Muskeln.
Aligner sind durchsichtige Schienen aus Kunststoff, die Sie alle ein bis zwei Wochen wechseln. Die Techniker Krankenkasse hält sie für Jugendliche und Erwachsene mit leichten bis mittelschweren Fehlstellungen geeignet. Für Kinder und schwierige Fälle empfiehlt sie herkömmliche Zahnspangen. Welche Zahnspange zu Ihrem Fall passt, entscheidet die Praxis nach Befund, Alter, Zahl der bleibenden Zähne und Mitarbeit.
| Art | Was die Kasse ab Grad 3 vor 18 zahlt | Sichtbar? | Was Sie dafür tun | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| Feste Zahnspange mit Brackets aus Metall | alles, Ihre 20 Prozent kommen zurück | ja | gründlich putzen, Kontrolltermine | bleibende Zähne, Engstand, gedrehte Zähne |
| Feste Zahnspange mit zahnfarbenen, kleineren oder Brackets mit Klappverschluss | die Metallvariante, Sie zahlen den Aufpreis | weniger auffällig | wie oben | wie oben, auf Wunsch |
| Brackets auf der Innenseite | die Metallvariante, Sie zahlen den Aufpreis | unsichtbar | längere Eingewöhnung beim Sprechen | nicht für jede Fehlstellung |
| Lose Zahnspange, Aktivator, Bionator | alles | beim Tragen sichtbar | Tragezeit einhalten, oft nachts und mehrere Stunden am Tag | Wechselgebiss, Kiefer im Wachstum lenken |
| Aligner wie Invisalign | nichts, die ganze Behandlung ist privat | kaum sichtbar | Schienen tragen und regelmäßig wechseln | leichte bis mittelschwere Fehlstellungen |
Welche Zahnspange laut Studien besser wirkt
Die Antwort fällt dünner aus, als die Werbung vermuten lässt. Das IGES Institut hat 2018 für das Gesundheitsministerium die Studien zur Kieferorthopädie ausgewertet. Viele davon verglichen verschiedene Geräte miteinander. Alle zeigten nach der Behandlung besser stehende Zähne, aber keine messbaren Unterschiede bei der Mundgesundheit zwischen den Geräten. Langfristige Folgen wie Zahnverlust oder Schmerzen untersuchte keine Studie.
Die Verbraucherzentrale sieht es für die Wahl zwischen fest und lose genauso. Wann welche Zahnspange zum Einsatz kommt, ist nirgends verbindlich geregelt, und eine gesicherte medizinische Leitlinie dazu gibt es nicht. Die Fachgesellschaft für Kieferorthopädie hält Aligner für ein Werkzeug wie andere auch, das Diagnose, Planung und regelmäßige Kontrolle durch einen Kieferorthopäden braucht.
Für die Kasse folgt daraus eine klare Regel. Gibt es mehrere gleich gute Wege, soll die Praxis den auf Dauer günstigsten planen. Deshalb zahlt die Kasse die feste Zahnspange aus Metall oder die lose Zahnspange und nicht die aufwendigere Variante. Aussagen, eine bestimmte Zahnspange sei schneller, schmerzärmer oder sicherer, hat der Bundesrechnungshof 2018 als einseitig kritisiert. Werbung darf keinen sicheren Erfolg versprechen.
Was die Kasse bei fester Zahnspange und Aligner zahlt
Die Kasse zahlt Brackets aus Edelstahl oder nickelfreiem Metall. Alles, was davon abweicht, gehört zu einer von zwei Gruppen. Unterscheidet sich ein Extra nur im Material oder in der Technik, zahlt die Kasse weiter die einfache Variante, und Sie zahlen den Aufpreis. Kennt die Kasse ein Extra gar nicht, zahlen Sie es ganz nach der Gebührenordnung für Zahnärzte.
| Leistung | Was Sie zahlen | Was die Kasse zahlt |
|---|---|---|
| Zahnfarbene, kleinere, innenliegende Brackets oder Brackets mit Klappverschluss | den Aufpreis zum Metallbracket | das Metallbracket |
| Drahtbögen aus besonders elastischem Material | den Aufpreis zum Metallbogen | den Metallbogen |
| Entfernen zahnfarbener oder innenliegender Brackets | den Aufpreis | das normale Entfernen |
| Digitaler Scan statt Abdruck | den Aufpreis | den Abdruck |
| Fester Retainer im Oberkiefer | alles | nichts |
| Fester Retainer im Unterkiefer ohne Stufe E3 oder E4 | alles | nichts, mit E3 oder E4 zahlt sie ihn |
| Minischrauben im Kiefer und ähnliche Zusatzgeräte | alles | nichts |
| Aligner | die ganze Behandlung samt Planung | nichts |
Die Techniker Krankenkasse nennt als typische Extras Zahnspangen in Wunschfarbe, zahnfarbene Brackets und Bögen sowie Brackets mit Klappverschluss. Die Verbraucherzentrale ergänzt, dass ein Nutzen dieser Extras laut Studienlage oft nicht belegt ist. Die Kassenbehandlung muss dieselben Ergebnisse erreichen. Was eine Zahnspange insgesamt kostet, zeigt der Ratgeber Was kostet eine Zahnspange.
Wie die Praxis Aufpreise mit Ihnen vereinbaren muss
Seit Juli 2023 ist die Form vorgeschrieben. Die Praxis muss Sie vor Beginn mündlich über die Möglichkeiten aufklären und schriftlich für jede Leistung gegenüberstellen, was die Kasse zahlt und was Sie zahlen. Sie unterschreiben, dass Sie auch über die Behandlung ohne Zuzahlung aufgeklärt wurden. Das Formular dafür heißt Vordruck 4d.
Die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen prüfen auf Hinweis, ob die Praxis richtig aufgeklärt hat. Eine Kassenbehandlung darf die Praxis nicht verweigern und nicht von Extras abhängig machen. Der Bundesrechnungshof fand 2018 Vereinbarungen, die die Kassenbehandlung als veraltet darstellten, teils mit Ratenzahlung und Rabatten, teils direkt an Kinder gerichtet. Werbung, die sich vor allem an Kinder unter 14 Jahren richtet, ist verboten.
- Lassen Sie sich zuerst den Behandlungsplan ohne Extras erklären. Er ist die Behandlung ohne Zuzahlung.
- Prüfen Sie auf dem Vordruck 4d jede Zeile: Statt welcher Kassenbehandlung kommt das Extra, wie viel zahlt die Kasse, wie viel Sie? Eine Pauschale ohne Aufstellung reicht nicht.
- Trennen Sie Extras mit Kassenanteil von Extras, die Sie ganz zahlen.
- Fragen Sie nach dem medizinischen Grund. Für zahnfarbene Brackets gibt es keinen, für einen Retainer im Oberkiefer kann es einen geben.
- Unterschreiben Sie nichts am selben Tag, wenn Sie unsicher sind. Sie haben Anspruch auf Bedenkzeit und auf Kopien aller Unterlagen.
- Heben Sie den Vordruck 4d auf. Er trennt bei der Rückzahlung und bei jeder Rechnung, was die Kasse zahlt und was Sie zahlen.
So entscheiden Sie zwischen fester Zahnspange und Alignern
Die Entscheidung hat zwei Seiten. Ob eine Zahnspange medizinisch zu Ihrer Fehlstellung passt, beurteilt die Praxis. Wer was bezahlt, folgt aus den Regeln oben und lässt sich vorher klären. Was Aligner bei Praxen und Online-Anbietern kosten, erklärt der Ratgeber Was Invisalign und andere Aligner kosten.
Hat Ihr Kind Grad 3 bis 5 und ist jünger als 18?
Wollen Sie das Geld der Kasse nutzen?
Sollen die Brackets unauffällig sein?
Feste Zahnspange mit zahnfarbenen Brackets. Die Kasse zahlt die Metallvariante, Sie den Aufpreis.
Feste Zahnspange aus Metall oder lose Zahnspange. Ihre 20 Prozent bekommen Sie am Ende zurück.
Aligner sind möglich, aber dann zahlen Sie alles. Lassen Sie sich beide Wege mit Kosten zeigen.
Ist die Fehlstellung leicht bis mittelschwer?
Aligner oder feste Zahnspange, beides privat. Vergleichen Sie zwei Kostenpläne.
Die Praxis wird eher eine feste Zahnspange vorschlagen. Fragen Sie nach der Begründung.
Diese Fragen helfen im Gespräch mit der Praxis.
- Welche Zahnspange zahlt die Kasse in unserem Fall, und warum diese?
- Was ändert sich an Dauer, Terminen und Mitarbeit, wenn wir eine andere Zahnspange wählen?
- Welche Risiken und Nebenwirkungen hat jede der beiden?
- Welche Extras stehen auf dem Vordruck 4d, und was kostet jedes einzeln?
- Wie halten wir das Ergebnis danach fest, und was davon zahlt die Kasse?
- Was passiert, wenn wir während der Behandlung die Zahnspange wechseln?
Welche Mitarbeit jede Zahnspange verlangt
Jede Zahnspange braucht Mitarbeit, aber jeweils eine andere. Eine feste Zahnspange können Sie nicht vergessen, dafür verlangt sie besonders gründliches Putzen, weil Beläge an den Brackets hängen bleiben. Bei losen Zahnspangen und Alignern entscheidet die Tragezeit. Eine Zahnspange in der Schublade bewegt keine Zähne.
Macht Ihr Kind nicht mit oder putzt dauerhaft schlecht, darf die Praxis das Ziel ändern oder die Behandlung beenden. Ein solcher Abbruch kostet Sie Ihren Anteil von 20 Prozent, denn die Kasse zahlt ihn nur nach dem Abschluss zurück. Lose Zahnspangen und Aligner verlangen mehr Disziplin beim Tragen, feste Zahnspangen mehr Disziplin beim Putzen. Sprechen Sie das im ersten Gespräch offen an.
Während einer festen Zahnspange wird oft eine professionelle Zahnreinigung angeboten, laut Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung für 80 bis 120 Euro je Termin. Die Techniker Krankenkasse und die Barmer geben einmalig bis zu 50 Euro für eine Versiegelung der Zähne dazu, wenn sie vor dem Kleben der Brackets in einer genehmigten Kassenbehandlung erfolgt. Fragen Sie Ihre Kasse nach Zuschüssen, bevor Sie ein Extra unterschreiben.
Häufige Fragen
Zahlt die Kasse eine feste Zahnspange mit zahnfarbenen Brackets?
Die Kasse zahlt bei einer festen Zahnspange mit zahnfarbenen Brackets weiter die Metallvariante, Sie zahlen nur den Aufpreis. Das gilt auch für kleinere, innenliegende oder Brackets mit Klappverschluss. Der Aufpreis muss vor Beginn schriftlich auf dem Vordruck 4d vereinbart sein.
Zahlt die Krankenkasse Invisalign statt einer festen Zahnspange?
Nein, die gesetzliche Krankenkasse zahlt Invisalign nicht statt einer festen Zahnspange, auch nicht anteilig. Wer Aligner wählt, zahlt die ganze Behandlung samt Planung selbst und verzichtet auf das Geld der Kasse.
Welche Zahnspange ist besser, fest oder lose?
Ob eine feste oder eine lose Zahnspange besser passt, ist nicht fest geregelt und hängt von Fehlstellung, Alter, bleibenden Zähnen und Mitarbeit ab. Laut Verbraucherzentrale wirken feste Zahnspangen stärker und kommen vor allem bei bleibenden Zähnen zum Einsatz. Lose Zahnspangen haben weniger Kraft und werden eher im Wechselgebiss genutzt.
Muss ich beim Kieferorthopäden Extras kaufen, damit mein Kind eine Zahnspange bekommt?
Nein, Sie müssen beim Kieferorthopäden keine Extras kaufen, damit Ihr Kind eine Zahnspange bekommt. Die Praxis darf die Kassenbehandlung nicht verweigern und nicht von Extras abhängig machen. Sie muss Sie über die Behandlung ohne Zuzahlung aufklären.
Welche Nebenwirkungen hat eine feste Zahnspange?
Eine feste Zahnspange kann laut Verbraucherzentrale vor allem am Anfang schmerzen, Druckstellen im Mund machen und das Risiko für Karies erhöhen, weil sich um die Brackets schwer putzen lässt. Die Praxis muss Sie vor der Behandlung über diese Risiken und die Alternativen aufklären.
