Kieferorthopädenliste

Ratgeber

Wie lange dauert eine Zahnspange? Die Phasen im Überblick

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am

Die Kasse zahlt die Hauptbehandlung mit Zahnspange bis zu 16 Quartale, also vier Jahre. Die AOK nennt drei bis vier Jahre als übliche Tragezeit. Kommt eine Frühbehandlung davor, sind es bis zu sechs Quartale mehr. Danach folgt bis zu zwei Jahre der Retainer. Die genaue Dauer hängt vom Befund und von der Mitarbeit ab.

Hauptbehandlung, die die Kasse zahlt
bis zu 16 Quartale, also 4 Jahre
BEMA Teil 3, Abrechnungsbestimmung 4 zu den Nrn. 119 und 120, Stand 1. Januar 2026
Frühbehandlung höchstens
6 Quartale, also 1,5 Jahre
BEMA Teil 3, Abrechnungsbestimmung 5 zu den Nrn. 119 und 120, Stand 1. Januar 2026
Übliche Tragezeit laut AOK
3 bis 4 Jahre, danach rund 1 Jahr Retainer
AOK, Zahnspange: Kosten bei Kindern und Erwachsenen, Stand 22. September 2026
Ein Kieferorthopäde stellt bei einem Jugendlichen den Draht der festen Zahnspange nach
Bei jedem Kontrolltermin wird der Draht der Zahnspange nachgestellt. Bild: KI generiert.

Die Hauptbehandlung dauert bis zu vier Jahre

Die Gebührenliste der Kassen setzt für die Hauptbehandlung eine Grenze von 16 Quartalen, das sind vier Jahre. In dieser Zeit rechnet die Praxis höchstens zwölf Quartalsbeträge ab. Jeder ist ein Zwölftel der Summe aus Ihrem Plan. Ein Quartal ohne Behandlung zählt nicht mit und verlängert die Zeit entsprechend.

Die AOK beschreibt die Tragezeit etwas enger. Meist werden Zahnspangen drei bis vier Jahre getragen. Danach folgt etwa ein Jahr mit Retainer. Kommt vor der Hauptbehandlung eine Frühbehandlung dazu, sind es bis zu sechs Quartale mehr. Eine Zahl für jeden Fall nennt keine Quelle. Wie lange es bei Ihnen dauert, hängt vom Befund, vom Alter beim Start und von der Mitarbeit ab.

Die vier Phasen jeder Behandlung

Jede Behandlung beim Kieferorthopäden folgt demselben Grundmuster, auch wenn bei Ihrem Kind einzelne Phasen wegfallen. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung beschreibt den Ablauf so: Untersuchung, aktive Behandlung und danach eine Zeit, in der das Ergebnis gehalten wird. Bei manchen Kindern kommt vorher eine Frühbehandlung dazu.

Vom ersten Termin bis zum Retainer
  1. Erstes Gespräch und Untersuchung

    Fragen, Abdrücke, Röntgenbilder und die Einstufung in einen Grad legen fest, ob und wie behandelt wird.

  2. Frühbehandlung, wenn nötig

    Bei bestimmten Befunden beginnt die Behandlung vor dem Wechsel der Eckzähne und dauert höchstens sechs Quartale. Danach folgt oft eine Pause, bis genug bleibende Zähne da sind.

  3. Hauptbehandlung

    Eine feste oder lose Zahnspange bewegt die Zähne in die geplante Stellung. Die Kasse zahlt bis zu 16 Quartale, danach braucht es einen Antrag auf Verlängerung.

  4. Retainer

    Nach der aktiven Behandlung hält ein fester oder herausnehmbarer Retainer das Ergebnis.

Nicht jedes Kind braucht eine Frühbehandlung, und nicht jede Hauptbehandlung braucht vier Jahre. Die folgenden Abschnitte gehen jede Phase durch und nennen, was die Dauer am häufigsten verändert.

Wie lange Untersuchung und Planung dauern

Die Planung rechnet die Praxis einmal je Behandlung ab, nicht noch einmal bei einer Verlängerung oder Änderung. Für die Abrechnung beginnt die eigentliche Behandlung erst mit dem ersten Schritt zum Gerät. Das kann der Abdruck für die Zahnspange sein oder das Ziehen von Zähnen kurz vor dem Einsetzen.

Zwischen erstem Gespräch und diesem Punkt liegen meist mehrere Termine für Abdrücke, Röntgenbilder und die Auswertung. Was in Ihrem Plan steht und was die Praxis je Quartal berechnet, erklärt der Ratgeber zum Behandlungsplan beim Kieferorthopäden.

Warum die Frühbehandlung höchstens eineinhalb Jahre dauert

Die Regeln der Kassen erlauben eine Behandlung vor dem Wechsel der Eckzähne und kleinen Backenzähne nur bei bestimmten Befunden.

  • Schlechte Gewohnheiten abstellen, etwa wenn Daumenlutschen zu einem Rückbiss oder offenen Biss mit hohem Grad geführt hat.
  • Eine Lücke offenhalten, wenn ein Milchzahn zu früh verloren ging.
  • Bestimmte falsche Bisse früh behandeln, etwa einen weit zurückliegenden Unterkiefer oder einen seitlichen Kreuzbiss mit hohem Grad.
  • Schwere Fehlbildungen früh behandeln, etwa Lippen-Kiefer-Gaumenspalten oder einen zu weit vorstehenden Unterkiefer.

Die Frühbehandlung soll nicht vor dem 4. Geburtstag beginnen und nach sechs Quartalen fertig sein. Was Ihr Kind dafür erfüllen muss, erklärt der Ratgeber Frühbehandlung beim Kieferorthopäden.

Danach folgt oft eine Pause. Die reguläre Behandlung soll erst beginnen, wenn der zweite Abschnitt des Zahnwechsels anfängt, also wenn Eckzähne und kleine Backenzähne kommen. Bis dahin wächst der Kiefer weiter, und die Praxis wartet bewusst mit dem endgültigen Plan.

Wie lange die Hauptbehandlung dauert

Für die Hauptbehandlung zahlt die Kasse höchstens zwölf Quartalsbeträge über bis zu 16 Quartale. Wird eine leichte Behandlung früher fertig, rechnet die Praxis die restlichen Beträge zum Schluss ab. Bei schwereren Fällen gilt das erst, wenn die Behandlung nach mindestens zehn Quartalen endet.

Reicht die Zeit trotzdem nicht, beantragt die Praxis eine Verlängerung. So läuft das ab.

  1. Die Praxis untersucht am Ende des vierten Jahres neu und hält den Befund fest.
  2. Sie stuft die Schwierigkeit anhand dieses Befunds neu ein.
  3. Sie begründet, warum die Behandlung weiterlaufen muss, und schätzt die weitere Zeit.
  4. Sie reicht Befund, Einstufung und Begründung schriftlich bei der Kasse ein.
  5. Nach der Genehmigung rechnet sie weiter je Quartal ab, ohne die alte Grenze von zwölf Beträgen.
Arten von Zahnspangen und wovon ihre Dauer abhängt.
ArtWas sie bewegtWovon die Dauer abhängtWas Ihr Kind tun muss
Feste Zahnspange mit Bracketseinzelne Zähne über den Draht, mit Kraft ohne PauseSchwierigkeit laut Plan, Termintreuegründlich um die Brackets putzen, Termine einhalten
Lose ZahnspangeZähne und teils den Kiefer, mit weniger Kraftdie vereinbarte Tragezeit in Stunden am Tagkonsequent tragen, sonst dauert es länger
Brackets innenwie die feste Zahnspange, von innenEingewöhnung beim Sprechen und Kauen, Schwierigkeitschwer sichtbare Flächen gründlich putzen
Aligner, etwa InvisalignZähne über eine Reihe durchsichtiger Schienendie Tragezeit am Tag und der Wechsel der SchienenSchienen konsequent tragen und wechseln, Kosten privat

Eine unabhängige Quelle, die belegt, dass Aligner schneller sind als eine feste Zahnspange, haben wir nicht gefunden. Aligner zahlt die Kasse nicht, die Behandlung ist ganz privat. Was feste Zahnspange und Aligner sonst unterscheidet, vergleicht der Ratgeber Feste Zahnspange oder Invisalign.

Was die Behandlung am häufigsten verlängert

Sechs Ursachen kommen immer wieder vor. Jede lässt sich vermeiden oder zumindest früh erkennen.

  • Eine kaputte oder verlorene Zahnspange legt die Behandlung still, bis Ersatz da ist. Was Sie bis zum Termin tun, steht im Ratgeber Bracket lose oder Zahnspange verloren.
  • Schlechtes Putzen gefährdet die Behandlung. Macht ein Kind trotz Anleitung nicht mit oder putzt dauerhaft schlecht, muss die Praxis das Ziel neu festlegen und notfalls beenden.
  • Zu wenig Tragezeit bei einer losen Zahnspange verlängert die Behandlung direkt, denn sie wirkt nur im Mund.
  • Verpasste Kontrolltermine unterbrechen den Rhythmus, in dem die Praxis Draht oder Schiene anpasst. Ein Quartal ohne Behandlung zählt nicht mit.
  • Aktivator und Bionator lenken das Wachstum und wirken am besten im Wachstumsschub. Ist dieser vorbei, muss die Praxis einen anderen Weg wählen.
  • Schmerzen und Druck nach dem Einsetzen oder Nachstellen sind normal und verlängern die Behandlung für sich nicht.

Wie lange der Retainer danach dauert

Nach der aktiven Behandlung zahlt die Kasse den Retainer noch bis zu zwei Jahre. Längstens gilt das, bis die Praxis den Abschluss schriftlich bestätigt. Viele Menschen tragen ihren Retainer deutlich länger, teils ein Leben lang. Zähne, die einmal bewegt wurden, können ohne Halt zurückwandern.

Wie die Kasse festen und herausnehmbaren Retainer unterscheidet und was bei einem gebrochenen Retainer zu tun ist, erklärt der Ratgeber Retainer nach der Zahnspange.

Was bei Erwachsenen und mit Kiefer-OP länger dauert

Bei Erwachsenen wächst der Kiefer nicht mehr. Geräte, die das Wachstum nutzen, fallen weg. Die Behandlung stützt sich dann allein auf das Bewegen der Zähne, und das braucht je nach Befund mehr Zeit. Muss der Kiefer zusätzlich operiert werden, kommen vor und nach der Operation weitere Monate mit Zahnspange dazu.

Welche Wege Erwachsene haben, erklärt der Ratgeber Zahnspange für Erwachsene. Wie die Behandlung mit Kiefer-OP abläuft und wann die Kasse zahlt, steht im Ratgeber zur Kiefer-OP mit Zahnspange.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Zahnspange bei Kindern im Durchschnitt?

Eine Zahnspange bei Kindern dauert in der Hauptphase laut AOK meist drei bis vier Jahre. Die Kasse zahlt diese Phase bis zu 16 Quartale. Kommen eine Frühbehandlung davor und der Retainer danach dazu, wird die Gesamtzeit länger. Eine feste Zahl für jeden Fall gibt es nicht, Befund, Alter und Mitarbeit bestimmen die Dauer.

Warum gibt es zwischen Frühbehandlung und Hauptbehandlung oft eine Pause?

Zwischen Frühbehandlung und Hauptbehandlung gibt es oft eine Pause, weil die reguläre Behandlung erst beginnen soll, wenn Eckzähne und kleine Backenzähne wechseln. Bis dahin wartet die Praxis, damit sich der endgültige Plan sicher festlegen lässt.

Kann eine Zahnspange länger als vier Jahre dauern?

Ja, eine Zahnspange kann länger als vier Jahre dauern. Reichen die 16 Quartale nicht, stellt die Praxis einen schriftlichen Antrag auf Verlängerung. Darin stehen die Begründung, die geschätzte weitere Zeit und ein neuer Befund.

Geht es mit Alignern wie Invisalign schneller als mit fester Zahnspange?

Eine unabhängige Quelle, die belegt, dass Aligner wie Invisalign schneller sind als eine feste Zahnspange, haben wir nicht gefunden. Die Dauer hängt bei beiden vom Befund ab, bei Alignern zusätzlich davon, wie konsequent die Schienen getragen werden. Aligner zahlt die Kasse nicht.

Was passiert, wenn die Zahnspange oft kaputtgeht oder verloren geht?

Jede Reparatur oder neue Zahnspange nach einem Verlust unterbricht die Behandlung, bis das Gerät wieder im Mund ist. Ein Quartal ohne Behandlung zählt nicht mit. Wer immer wieder Ersatz braucht, riskiert außerdem, dass die Kasse weitere Reparaturen nicht mehr zahlt.

Wie lange muss nach der Zahnspange ein Retainer getragen werden?

Nach der Zahnspange zahlt die Kasse den Retainer bis zu zwei Jahre nach der aktiven Behandlung. Viele Menschen tragen ihn danach aus eigenem Antrieb deutlich länger, weil sich Zähne ohne Halt wieder verschieben können. Wie lange es medizinisch nötig ist, legt die Praxis fest.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. BEMA Teil 3, Kieferorthopädische Behandlung, Stand 01.01.2026, Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung,
  2. Richtlinien für die kieferorthopädische Behandlung (KFO-Richtlinie), Abschnitt B, Gemeinsamer Bundesausschuss,
  3. Ablauf der kieferorthopädischen Behandlung, Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung,
  4. Zahnspange: Kosten bei Kindern und Erwachsenen, AOK-Bundesverband,
  5. Was tun bei Beschädigung und Verlust von Zahnspangen?, Verbraucherzentrale,
  6. S3-Leitlinie Kariesprävention bei bleibenden Zähnen, Langfassung, Stand Januar 2025, DGZ und DGZMK (AWMF-Register-Nr. 083-021),

Einsatz von Sprachmodellen

Eine KI hat die wiederkehrenden Sätze auf den Seiten formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Die Ratgeber haben wir vor der Veröffentlichung mit ihren Quellen abgeglichen. Name, Adresse und Kontaktdaten der Praxen stammen dagegen unverändert aus OpenStreetMap. Sie verarbeitet ein festes Programm und keine KI.

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Stand dieser Angaben: 4. Oktober 2026.